Der gläserne Mensch

15.07.2015

Für die Eintragung von lediglich "Geschlecht, Versicherungsträger und eventueller Gebührungbefreiung", wie die SV es in ihren Infoblättern darstellt, ist wahrlich kein elektronisches Speichermedium notwendig.

Das Geschlecht eines Patienten z.B. ist meist bereits ziemlich eindeutig feststellbar, wenn er/sie die Ordination betritt.

Der Verdacht liegt somit nahe, dass die riesigen brachliegenden Speicherreserven sehr bald noch für ganz andere Dinge ge- bzw. missbraucht werden.

Dass dieser Verdacht nicht ganz unbegründet ist, zeigt auch die derzeit aktuelle Diskussion über "Notfalldaten", die auf der e-card zusätzlich gespeichert werden sollen: die Grenze zwischen "Notfall" und "Nicht-Notfall" sind willkürlich.

Blutgruppe ja - AIDS-Status nein?
Allergien ja - antidepressive Medikamente nein?
Epilepsie ja - Alkoholkonsum/Leberwerte nein?

Unserer Erwartung nach werden diese Begriffe im Lauf der Zeit so weit aufgeweicht werden, dass letztendlich jedes Lungenröntgen, jedes eingenommene Medikament und jede psychiatrische Behandlung auf diesem Chip aufscheinen wird. Und dass elektronisch gespeicherte Daten mit Zugriffscodes zu 100% geschützt werden können ist eine Wunschvorstellung: das mehrfach erfolgte Knacken der Datenbestände des Pentagon beweist, dass schon Sechzehnjährige Hacker aus aller Welt damit kein Problem haben.

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